Golden Retriever Welpe Häkeln - Der Amigurumi Für Dein Sofa
★★★★★ 4.9 · 28
Lena HartmannLena Hartmann26.07.2026ZUR ANLEITUNG

Auf meinem Kiefernholztisch türmte sich eine Woche lang ein Berg aus cremefarbener und hellbrauner Chunky-Wolle – Mimi hat ihn dreimal umgeworfen, bevor überhaupt die erste Masche saß. Diesen Golden Retriever Welpen häkeln wollte ich schon lange, nicht als perfektes Ausstellungsstück, sondern als das kleine, leicht schiefe Ding, das später auf dem Sofa liegt und nach echter Handarbeit aussieht. Ich zeige dir hier jeden Schritt genau so, wie er bei mir entstanden ist, inklusive der Stelle, an der die Ohren am Ende nicht ganz symmetrisch wurden.

Warum gerade dieses Garn

Bevor ich überhaupt eine Nadel in die Hand nehme, überlege ich, welches Garn zum Ergebnis passt – und bei einem Welpen, der später gestreichelt werden soll, fällt die Wahl schnell auf Chunky-Velourgarn. Es hat ein Gewicht in der Hand, das billige Acrylwolle nie erreicht, und die samtige Oberfläche fühlt sich fast wie echtes Fell an, sobald die Maschen fest genug gearbeitet sind.

Für Einsteiger ist so ein Amigurumi-Projekt ein guter Start, weil fast ausschließlich feste Maschen im Spiralrund gearbeitet werden – keine komplizierten Muster, dafür viel Wiederholung, bei der die Hände irgendwann von allein wissen, was zu tun ist.

Dickes Garn verzeiht kleine Unregelmäßigkeiten in der Maschenspannung, dünnes Garn zeigt jeden Fehler – für den ersten Welpen würde ich deshalb nie zu feiner Wolle raten.

Das Material auf dem Tisch

Wolle, Häkelnadel und Sicherheitsaugen bereit ausgelegt, bevor der Golden Retriever Welpe gehäkelt wird

Auf dem Foto liegt schon fast alles bereit: zwei Knäuel cremeweißes und ein Knäuel beige-meliertes Velourgarn für Kopf, Körper und Beine, dazu ein kleineres Knäuel in warmem Hellbraun für die Ohren. Dazwischen die Holz-Häkelnadel, schwarze Sicherheitsaugen, eine kleine schwarze Nase und ein Häufchen Bastelwatte, das größer aussieht, als du am Ende tatsächlich brauchst.

  • Häkelnadel 6–7 mm – passend zur Garnstärke, sonst wird das Gestrick löchrig oder zu steif.
  • Sicherheitsaugen und -nase – halten dauerhaft, ganz ohne aufgeklebte Knöpfe, die sich irgendwann lösen.
  • Wollnadel mit stumpfer Spitze – für alle Näh- und Zusammensetzarbeiten am Ende.

Wenn du nur zwei Garnfarben zu Hause hast, kannst du Körper und Ohren ruhig in derselben Farbe arbeiten – der Kontrast ist schön, aber nicht zwingend.

Der Kopf nimmt Form an

Hände häkeln den runden Kopf im Spiralrund, erster Schritt beim Golden Retriever Welpen häkeln

Auf dem Bild siehst du genau den Moment, in dem aus einem Faden ein rundes Etwas wird: feste Maschen im Spiralrund, ohne Kettmaschen dazwischen, Runde für Runde zunehmend, bis die Kugel sich von einer flachen Scheibe zu einer echten Halbkugel wölbt. Ich zähle die Maschen nach jeder Zunahmerunde einmal laut nach – bei chunky Garn verzählt man sich schneller, als man denkt, weil die Maschen so groß sind, dass ein Fehler erst zwei Runden später auffällt.

Halte die Spannung eher etwas fester als bei normaler Wolle, sonst blitzt später die weiße Füllwatte zwischen den Maschen durch. Das ist der Punkt, an dem viele Anfängerinnen zu locker arbeiten, weil sich chunky Garn so weich anfühlt und man automatisch sanfter zieht.

Straff stopfen, solange es noch geht

Fertig gehäkelter Kopf wird vor dem Schließen fest mit Watte gestopft für die runde Form

Bevor die letzten Maschen des Kopfes geschlossen werden, muss die Füllung rein – und zwar mehr, als sich intuitiv richtig anfühlt. Auf dem Foto stopfe ich die Kugel Stück für Stück mit den Fingern nach, drücke die Watte bis in die Rundungen, damit später keine Dellen entstehen.

  1. Kleine Portionen einfüllen, nicht einen großen Batzen – so verteilt sich die Füllung gleichmäßiger.
  2. Zwischendurch von außen abtasten, ob sich weiche oder harte Stellen bilden.
  3. Erst am Ende komplett schließen, wenn sich der Kopf rundum fest und gleichmäßig anfühlt.

Falls der Kopf am Ende doch eine Beule hat: einfach nochmal öffnen, Watte umverteilen und neu zunähen. Das kostet fünf Minuten und rettet die ganze Form.

Augen und Näschen setzen

Schwarze Sicherheitsaugen und Nase werden symmetrisch auf dem cremefarbenen Kopf platziert

Jetzt bekommt der Kopf endlich ein Gesicht. Ich zähle von der Mitte der vordersten Runde nach beiden Seiten die gleiche Maschenanzahl ab, damit die Augen wirklich symmetrisch sitzen – ein Auge, das auch nur eine Masche zu weit außen sitzt, macht den ganzen Ausdruck schief. Die Nase kommt eine Runde tiefer, mittig zwischen beiden Augen.

Auf dem Foto siehst du, dass die Schnauze noch keine Schattierung hat – die kommt erst am Ende mit ein paar Stichen in etwas dunklerem Garn dazu, optional, aber genau das macht später den typischen Golden-Retriever-Ausdruck aus.

Setz die Sicherheitsaugen erst final ein, wenn du beide Positionen mehrfach von vorne kontrolliert hast – einmal durchgedrückt, lassen sie sich nicht mehr korrigieren.

Die Schlappohren in zwei Farben

Zweifarbige Schlappohren aus Velourgarn liegen flach neben dem fertigen Kopf des Häkelwelpen

Für die Ohren wechsle ich die Technik ein wenig: Statt rund wird hier flach gearbeitet, in zwei Farbschichten, cremeweiß auf der einen, hellbraun auf der Rückseite. Auf dem Tisch liegen die beiden Ohrhälften vor dem Zusammenlegen, noch offen und leicht wellig, wie es bei flach gehäkelten Teilen normal ist.

Der Farbwechsel ist reine Optik, aber genau der Grund, warum ein Golden Retriever aus Wolle sofort erkennbar ist – die zweifarbigen Schlappohren sind fast wichtiger als die Augen für den Wiedererkennungswert.

Wenn dir das Wenden zwischen zwei Garnfarben zu fummelig ist, kannst du beide Ohrenhälften auch einfarbig häkeln und nur die Vorderseite mit ein paar losen Fransen in Hellbraun akzentuieren – ein ehrlicher Kompromiss, kein Fehler.

Körper und Beinchen wachsen nebenher

Zylindrischer Körper und kurze Beinchen entstehen separat neben dem bereits fertigen Kopf

Während der Kopf schon fertig auf dem Tisch liegt, entstehen daneben Körper und Beine als eigenständige Teile – der Körper als länglicher Zylinder, die Beine als kurze, stämmige Stummel, die später den liegenden Welpen tragen. Auf dem Foto erkennst du gut, wie unterschiedlich die Proportionen sind: ein langer Rumpf, vier winzige Beinchen, die kaum größer sind als ein Daumen.

  • Körper – etwas straffer stopfen als der Kopf, damit der Welpe später stabil liegt statt umzukippen.
  • Beine – bewusst kurz und wenig gefüllt, das gibt später die typisch tapsige Haltung.

Diese Einzelteile lassen sich gut parallel zum Kopf häkeln, wenn du zwischendurch eine Pause vom Runden-Zählen brauchst.

Kopf, Ohr und Beine zusammennähen

Kopf wird mit der Wollnadel an den Körper genäht, ein Ohr sitzt bereits fest

Auf dem Foto ist ein Ohr schon fest angenäht, das zweite nur gesteckt – genau in diesem Moment kontrolliere ich noch einmal, ob beide Ohren auf gleicher Höhe sitzen, bevor ich den letzten Faden vernähe. Der Kopf wird mit der Wollnadel in kleinen, engen Stichen an den Körper genäht, mehrfach im Kreis, damit er später nicht wackelt, wenn der Welpe herumgetragen wird.

Stecknadeln oder einfach die Finger als Halterung sind hier Gold wert: erst positionieren, von allen Seiten anschauen, dann erst festnähen. Wer direkt drauflos näht, merkt oft erst am Ende, dass der Kopf leicht schräg sitzt.

Der fertige Welpe im warmen Licht

Fertig gehäkelter Golden Retriever Welpe mit Schlappohren liegt im warmen Licht auf dem Holztisch

Und da liegt er: ein cremefarbener Körper, zwei hellbraune Schlappohren, die Rute in einer kleinen Kurve nach oben, als würde er gleich aufwachen. Das Licht auf dem Foto fällt seitlich ein und zeigt genau die Textur, für die sich der ganze Aufwand mit dem Velourgarn gelohnt hat – nicht glatt und plastisch wie bei glänzendem Garn, sondern samtig, fast wie richtiges Welpenfell.

Die Ohren sind, ehrlich gesagt, nicht hundertprozentig gleich lang – und genau das lasse ich so stehen, weil es das Stück lebendig macht statt fabrikgleich. Ein perfekt symmetrisches Häkeltier sieht auf Fotos gut aus, ein leicht unperfektes fühlt sich im Alltag mehr nach handgemacht an.

Golden Retriever Welpe Häkeln - Der Amigurumi Für Dein Sofa
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Golden Retriever Welpe Häkeln - Der Amigurumi Für Dein Sofa
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Golden Retriever Welpe häkeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen kuscheligen Amigurumi-Welpen aus Velourgarn mit Schlappohren, ideal als Geschenk.
Amigurumi / Häkeltiergolden retriever welpe häkeln
VORBEREITUNG15 Min
Arbeitszeit240 Min
GESAMTZEIT255 Min
Ergebnis1 Häkel-Welpe
SchwierigkeitMittel
Kostenca. 18 €
Material
  • Material
Schritte
1
Material bereitlegen
Wolle in die passende Nadelstärke sortieren und Sicherheitsaugen, Nase und Füllung griffbereit auf den Tisch legen, so lässt sich am Stück durcharbeiten, ohne zu suchen.
2
Kopf häkeln
Im Spiralrund mit festen Maschen in cremeweißem Garn zunehmen, bis eine feste Halbkugel entsteht, dabei die Maschenzahl nach jeder Zunahmerunde einmal nachzählen.
3
Kopf stopfen und schließen
Vor den letzten Runden portionsweise fest mit Watte füllen und von außen abtasten, erst dann die Öffnung mit wenigen Maschen schließen.
4
Gesicht gestalten
Sicherheitsaugen symmetrisch von der Mittelrunde aus abmessen, Nase eine Runde darunter mittig einsetzen und beide Teile von hinten fixieren.
5
Ohren häkeln
Zwei flache Ohrenteile in Cremeweiß und Hellbraun häkeln, zusammenlegen und am Rand mit wenigen Stichen verbinden, ohne sie schon anzunähen.
6
Körper und Beine häkeln
Den Körper als länglichen, straff gestopften Zylinder arbeiten und vier kurze, nur leicht gefüllte Beine separat häkeln.
7
Alles zusammennähen
Kopf und Beine mit der Wollnadel am Körper feststecken, von allen Seiten prüfen und erst dann mit engen Stichen dauerhaft vernähen, Ohren zuletzt in gleicher Höhe ansetzen.
8
Feinschliff und Fertigstellung
Optional die Schnauze mit ein paar Stichen in dunklerem Garn schattieren, alle Fadenenden vernähen und den fertigen Welpen ein letztes Mal in Form drücken.

Gut zu wissen: eure Fragen

Welche Garnstärke eignet sich am besten für einen Golden Retriever Welpen zum Häkeln?

Ich arbeite mit Chunky-Velourgarn und einer 6–7 mm Häkelnadel, weil dieses dicke Garn Unregelmäßigkeiten in der Maschenspannung verzeiht und gleichzeitig eine samtig-plüschige Oberfläche ergibt, die dünneres Garn nicht hinbekommt.

Muss ich die Schnauze unbedingt schattieren?

Nein, das ist ein optionaler Feinschliff. Ein paar Stiche in etwas dunklerem Garn rund um die Nase machen den Ausdruck typischer, aber ohne diesen Schritt ist der Welpe genauso fertig und niedlich.

Wie vermeide ich, dass der Kopf später schief auf dem Körper sitzt?

Kopf und Ohren immer erst anstecken und von mehreren Seiten betrachten, bevor der letzte Faden vernäht wird. Einmal festgenäht lässt sich die Position kaum noch korrigieren, ohne die Stiche wieder aufzutrennen.

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Am Ende lag der kleine Welpe genau da, wo ich ihn mir vorgestellt hatte: auf dem Kiefernholztisch, im Nachmittagslicht, mit leicht schiefen Ohren, die ihn erst richtig sympathisch machen. Wenn du ihn nachhäkelst, wird deiner vermutlich auch nicht hundertprozentig symmetrisch – und genau das ist völlig in Ordnung.

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