Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
★★★★★ 4.6 · 100
Lena HartmannLena Hartmann26.07.2026ZUR ANLEITUNG

Ich häkle sonst eher Topflappen und Kissenbezüge für meine Dachschrägen-Wohnung, aber diese Raupe hat sich zwischen zwei Podcast-Folgen und einer Kanne Filterkaffee einfach so ergeben. Mimi hat die ganze Zeit misstrauisch danebengesessen, als würde da ein Konkurrent heranwachsen. Wenn du eine Raupe Amigurumi häkeln möchtest, die nach dem letzten Faden auch wirklich aussieht, als hätte sie einen eigenen Kopf, brauchst du weniger Technik, als du denkst – aber ein paar Handgriffe, die über Süß-oder-schief entscheiden.

Die Materialschlacht auf dem Küchentisch

Materialien zum Raupe Amigurumi häkeln liegen bereit: Baumwollgarn, Häkelnadel, Füllwatte und Sicherheitsaugen

Bevor ich auch nur eine Masche schlage, breite ich alles aus – auf meinem alten Kiefernholztisch sieht das inzwischen aus wie ein kleines Stillleben. Fünf Knäuel Baumwollgarn in Mintgrün, Gelb, Creme, Rosa und einem satten Dunkelrot, dazu Häkelnadel, Füllwatte, schwarze Sicherheitsaugen und eine Vernähnadel.

Warum Baumwolle und kein Acrylgarn: Baumwolle hat mehr Gewicht in der Hand, die Maschen bleiben gleichmäßiger und das fertige Stück behält seine Form, statt sich weich in sich zusammenzuziehen. Für ein Kuscheltier, das später geknautscht wird, zahlt sich das aus.

  • Hauptfarbe Mintgrün – für den kompletten Körper, mengenmäßig am meisten
  • Gelb und Creme – für die kleinen Blütenpatches
  • Rosa – für eine Mini-Blüte am Kopf
  • Dunkelrot – nur für die Fühlerspitzen, ein winziger Farbtupfer mit großer Wirkung

Der erste Kopf entsteht – Kugel für Kugel

Hände häkeln die erste grüne Kugel für den Kopf der Amigurumi-Raupe in festen Maschen

Amigurumi lebt von der Kugel, nicht von der Naht. Ich starte mit einem Fadenring, sechs feste Maschen hinein, dann in Runden zunehmen, bis der kleine Napf die richtige Rundung hat – auf dem Foto siehst du genau diesen Moment, die Öffnung noch offen, der Kopf noch flach wie eine Schale.

Die Spannung ist hier entscheidend: zu locker gehäkelt, und die Watte blitzt später durch, zu fest, und deine Finger tun nach zwei Kugeln weh. Ich häkle in festen Maschen durch beide Schlaufen, das gibt eine dichte, leicht genoppte Struktur, die für Amigurumi typisch ist.

Zähl deine Maschen nach jeder Runde laut mit – nicht aus Pedanterie, sondern weil eine verrutschte Masche sich erst zwei Kugeln später als schiefer Körper rächt.

Stopfen mit Gefühl

Weiße Füllwatte wird durch die Öffnung der gehäkelten Kopfkugel der Amigurumi-Raupe gestopft

Jetzt kommt der Teil, bei dem viele zu gierig werden. Ich schiebe die Füllwatte in kleinen Bündeln durch die Öffnung, nicht in einem großen Klumpen, damit sich keine harten Stellen oder Beulen bilden. Mit den Fingern von außen tasten, ob die Kugel überall gleich prall ist – das ist wichtiger als die Menge an Watte.

Faustregel aus eigener Erfahrung: Eine Kugel sollte sich fest anfühlen, aber noch leicht nachgeben, wenn du sie drückst. Zu straff gestopft, verzieht sich das Maschenbild und die Rundung wirkt eckig statt kuschelig.

Wenn dir das zu fummelig ist, nimm einen Stopfstab oder das stumpfe Ende der Häkelnadel zu Hilfe – das rettet dir die Fingerspitzen bei fünf bis sechs Kugeln pro Raupe.

Sechs Kugeln, ein Körper

Mehrere gehäkelte grüne Körperkugeln liegen aufgereiht bereit, bevor die Raupe zusammengenäht wird

Für den Körper wiederholst du das Prinzip aus Kugel eins – nur eben fünf- oder sechsmal, je nachdem wie lang deine Raupe werden soll. Auf dem Foto liegen sie schon aufgereiht wie kleine Erbsen in einer Schote, alle im selben Mintgrün, noch unverbunden.

  • Gleiche Maschenzahl pro Kugel – sonst wirkt der Körper später wellig statt gleichmäßig rund
  • Gleiche Stopfmenge – unterschiedlich pralle Segmente sieht man der fertigen Raupe sofort an
  • Gleiche Häkelspannung – am besten alle Kugeln am Stück häkeln, bevor du zur nächsten Farbe oder zum nächsten Schritt wechselst

Das ist der Moment, in dem das Projekt tatsächlich nach Fließbandarbeit aussieht – und genau deshalb lohnt es sich, hier nicht zu schlampen.

Die Kette wird zur Raupe

Hände nähen die einzelnen Kugeln zu einem zusammenhängenden Raupenkörper aus grünem Garn zusammen

Erst beim Zusammennähen wird aus einer Reihe Bällen tatsächlich eine Raupe. Ich fädle die Vernähnadel mit einem langen Garnstück ein und nähe die Kugeln mit unsichtbaren Stichen aneinander, immer durch die äußeren Maschen, nie mitten durch die Fläche.

Der Trick, den ich mir mühsam erarbeitet habe: Zieh den Faden zwischen zwei Kugeln straff genug, dass kein Spalt bleibt, aber nicht so fest, dass die Form sich eindrückt. Am besten testest du nach jeder Naht, ob sich der Körper noch flexibel biegen lässt – eine Raupe, die kerzengerade dasteht, wirkt schnell unlebendig.

Wenn eine Naht schief gerät, ist das kein Beinbruch: einmal auftrennen, neu ansetzen, niemand außer dir wird die zweite Version je sehen.

Kleine Details, große Wirkung

Weiße Füßchen und gelbe Blütenpatches werden an die Unterseite der Amigurumi-Raupe genäht

Erst hier, mit den weißen Füßchen und den gelben Blütenpatches, bekommt die Raupe ihren Charakter – vorher war sie nur ein grüner Wurm, ehrlich gesagt. Ich nähe die kleinen Elemente symmetrisch auf die Unterseite und die Seiten, mit etwas Abstand zueinander, damit die Raupe später nicht überladen wirkt.

Worauf ich beim Platzieren achte

  • Füße mittig unten ansetzen, sonst kippt die Raupe später beim Hinstellen zur Seite
  • Blütenpatches versetzt anordnen, nicht in Reih und Glied – das wirkt organischer
  • Erst heften, dann festnähen, falls du dir bei der Position unsicher bist

Dieser Schritt ist optional, wenn du es minimalistischer magst – eine einfarbige Raupe ohne Patches funktioniert genauso, nur eben ruhiger.

Der Moment, in dem sie lebendig wird

Schwarze Sicherheitsaugen und ein gesticktes Lächeln verleihen der Häkelraupe ihr fertiges Gesicht

Die Sicherheitsaugen setze ich erst ganz zum Schluss, wenn der Kopf schon am Körper sitzt – so sehe ich sofort, ob der Blick zur restlichen Raupe passt. Etwa zwei Maschenreihen Abstand zwischen den Augen, das ergibt diesen leicht erstaunten, freundlichen Ausdruck, den Amigurumi-Figuren so sympathisch macht.

Den Mund sticke ich mit einem einzigen dunklen Faden in einer sanften Kurve, die Wangen kommen als zwei kleine rosa Punkte darunter – nicht symmetrisch bis aufs Millimeter, das würde steril wirken, sondern mit der Ungenauigkeit einer Handzeichnung.

Ein Gesicht macht aus einer Häkelarbeit ein Gegenüber. Genau deshalb nehme ich mir für diesen Schritt am meisten Zeit, auch wenn er auf dem Papier der kleinste ist.

Fertig: eine Raupe mit Charakter

Die fertige grüne Amigurumi-Raupe mit Fühlern und Blütenpatches sitzt dekoriert auf mintgrünem Untergrund

Die letzten Handgriffe gehören den Fühlern – zwei schmale Röhrchen mit dunkelroten Pompon-Spitzen, dazu eine winzige rosa Blüte seitlich am Kopf. Auf dem Foto sitzt die fertige Raupe zwischen ein paar getrockneten Blüten auf meinem Mintgrün-Tuch, und ehrlich gesagt sieht sie dort besser aus als jedes gekaufte Deko-Objekt aus dem Katalog.

Genau das ist für mich der Punkt bei handgemachten Dingen fürs Zuhause: Sie tragen die kleinen Unregelmäßigkeiten der eigenen Hände, und die machen sie liebenswert statt perfekt. Diese Raupe wandert bei mir aufs Regal neben den Einmachgläsern, in denen schon Oma Hilde ihre Wildblumen arrangiert hat – zwei Generationen Bastelei, die sich gut vertragen.

Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
DIY-Anleitung Pin
Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
4.6 · 100 Bewertungen
Lerne Schritt für Schritt, wie du eine kuschelige Raupe Amigurumi häkeln kannst – mit Kugeln, Blütenpatches, Fühlern und ganz viel Liebe für dein Zuhause.
Amigurumi häkelnraupe amigurumi häkeln
VORBEREITUNG15 Min
Arbeitszeit240 Min
GESAMTZEIT255 Min
Ergebnis1 Häkelraupe (ca. 22 cm lang)
SchwierigkeitMittel
Kostenca. 14 €
Material
  • Material
Schritte
1
Material bereitlegen
Alle Garnfarben, Nadel, Watte und Augen griffbereit auf den Tisch legen. Das erspart dir mitten im Zunehmen die Sucherei nach der richtigen Häkelnadel.
2
Kopfkugel häkeln
Mit einem Fadenring starten, sechs feste Maschen einhäkeln, dann über mehrere Runden gleichmäßig zunehmen, bis eine kleine, offene Kugelform entsteht.
3
Kopf stopfen
Füllwatte in kleinen Bündeln einarbeiten und von außen auf gleichmäßige Prallheit prüfen, bevor du die Öffnung mit abnehmenden Maschen schließt.
4
Körperkugeln herstellen
Vier bis sechs weitere Kugeln nach demselben Muster in Mintgrün häkeln und stopfen, dabei auf identische Maschenzahl und Füllmenge achten.
5
Segmente zusammennähen
Die Kugeln mit unsichtbaren Stichen entlang der Randmaschen aneinandernähen, den Faden dabei straff, aber flexibel ziehen, damit sich der Körper noch biegen lässt.
6
Füße und Patches ansetzen
Kleine weiße Füße mittig unten und gelbe Blütenpatches versetzt an den Seiten festnähen, um dem Körper Halt und Struktur zu geben.
7
Gesicht gestalten
Sicherheitsaugen mit etwa zwei Maschenreihen Abstand einsetzen, dann Mund und Wangen mit wenigen Stichen in dunklem und rosa Garn aufsticken.
8
Fühler anbringen und fertigstellen
Zwei kurze Fühler häkeln, mit dunkelroten Pompon-Spitzen versehen, am Kopf festnähen und optional eine kleine Blüte als letztes Detail platzieren.

Das Wichtigste zum Schluss

Am Ende steht eine kleine grüne Raupe mit rosa Wangen und rotgetupften Fühlern auf meinem Tisch, und Mimi hat sich mittlerweile damit abgefunden, dass sie nicht lebt. Wenn du dir für die Details Zeit lässt, brauchst du für dieses Projekt keinen ganzen Sonntag – nur ruhige Hände und eine Kanne Kaffee, die kalt werden darf.

Häufig gestellte Fragen

Welche Garnstärke eignet sich am besten, um eine Raupe Amigurumi zu häkeln?

Ein dünnes bis mittleres Baumwollgarn mit einer passenden 2,5 mm Häkelnadel funktioniert am zuverlässigsten, weil es ein dichtes Maschenbild ergibt, durch das später keine Watte durchschimmert.

Wie viele Kugeln braucht der Körper mindestens?

Vier bis fünf Kugeln reichen für eine kompakte Raupe, sechs wirken schon deutlich länglicher und verspielter – das ist am Ende Geschmackssache, nicht Regel.

Kann ich Sicherheitsaugen weglassen, wenn das Kuscheltier für ein Kleinkind gedacht ist?

Ja, dann besser aufgestickte Augen statt Sicherheitsaugen nehmen, weil verschluckbare Kleinteile bei sehr kleinen Kindern grundsätzlich vermieden werden sollten.

Mehr Ideen zum Weiterlesen

Weitere Pinterest-Ideen

Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel
Raupe Amigurumi Häkeln - Eine Kleine Raupe Mit Ganz Viel

Neue Beiträge direkt in dein Postfach!

Abonniere und erhalte unsere neuen Projekte zuerst!

Kommentare
Noch keine Kommentare — sei die Erste!
Schreib einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bewertung (optional)